Das Spiel, das niemals war

Viele Kenner des Cthulhu Mythos sind der Meinung, dass sich Lovecrafts Geschichten und Konzepte gut in Filmen, aber auch Videospielen umsetzen lassen. Leider wird es für Spieleentwickler aber zusehends unattraktiver reine Horrorspiele auf den Markt zu bringen, da der (finanzielle) Aufwand kaum durch den Absatz ausgeglichen werden kann.

Aufgrund dessen sehen wir in letzter Zeit einige Spiele, die sich zwar Lovecrafts Szenarien, Charakteren oder allgemein des Mythos‘ bedienen, jedoch in vollkommen andersartigen Genres angewendet werden. Aktuelle Beispiele dafür sind Splatterhouse und The Secret World, aber auch Apps wie Call of Cthulhu: The Wasted Land. Während es sich bei ersterem um einen brutalen Splatter-Titel handelt, bei dem das Herausreissen der Glieder eurer Widersacher an der Tagesordnung steht, ist The Secred World ein MMORPG wie World of Warcraft, bei dem sich tausende von Spielern online zusammentun können um das Böse mithilfe von Waffengewalt oder Magie zu bekämpfen. Beides Themen welche nicht wirklich zu dem Timbre des Cthulhu Mythos passen.

Jedoch gab es einmal eine waschechte Umsetzung einer Lovecraftschen Story. In Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth hat der Spieler die Möglichkeit sich dem Schatten über Innsmouth (teilweise aber auch Dagon) zu stellen und die Story am heimischen TV-Bildschirm nachzuspielen – das Ganze zudem als Survival Horrorspiel mit viel Nervenkitzel und noch mehr tentakelbesetzten Monstrositäten.  2001 Sollte das Spiel die Händlerregale zieren, woraus dann aber 2005 wurde. Nachdem Headfirst Games das Spiel beinahe fertiggestellt hatte und es Probele innerhalb des Unternehmens gab, wurde Bethesda (welches derzeit mit Skyrim Videospielgeschichte schreibt) mit der endgültigen Fertigstellung beauftragt. Nachdem das Spiel dann released wurde, waren viele Fans enttäuscht, da viele der versprochenen Features (darunter der Multiplayer-Modus) es nicht in die finale Version des Spiels geschafft hatten. Der Titel feierte nur einen sehr mässigen Erfolg, der in keinerlei Beziehung zu den vier Jahren stand, die für die Fertigstellung benötigt worden waren. Zudem entstand eine regelrechte Fehde zwischen Headfirst und Bethesda, da die ursprünglichen Entwickler des Spiels in den Credits teilweise komplett ausgelassen wurden.

Ein Jahr nach der Veröffentlichung von Dark Corners of the Earth stand mit Call of Cthulhu: Destiny’s End der Nachfolger in den Startlöchern, der allerdings aufgrund der Geldnöte von Headfirst niemals veröffentlicht wurde. Sehr schade wenn man sich den ersten (und einzigen) veröffentlichten Trailer davon anschaut.

Trotz allem finden sich aber immer wieder Versuche den Cthulhu-Mythos in der Videospielwelt neu aufleben zu lassen (Cthulhu saves the World, Elder Sign: Omens). Besonders durch das Aufkommen der Smartphones und der Möglichkeit Spiele im PSN oder dem Xbox Marktplatz zu vertreiben, ist die Hemmschwelle für die Entwicklung wesentlich tiefer und es darf wieder gehofft werden.

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