Cthulhoide Apokalypse abwenden via Touchscreen

Den meisten Lovecraft-Jüngern dürfte das BrettspielCall of Cthulhu / Arkham Horror“ ein Begriff sein.  Darin geht es darum einen der grossen Alten seinen Eintritt in irdische Gefilde zu unterbinden indem man auf die Jagd nach sogenannten Elder Signs geht, welche das so ziemlich einzige Mittel sind um die tentakeligen, titanischen, übelriechenden oder einfach nur ekligen Gestalten aus unserer Dimension fernzuhalten.

Das Spiel erfreut sich innerhalb der Fangemeinde bereits seit Jahren grösster Beliebtheit. Leider gestaltet es sich jedoch für Normalsterbliche ohne Verbindungen zu jedwelchen Kulten cthulhoider Art oft schwierig Spielpartner zu finden, da eine „richtige“ Runde zumindest aus drei bis vier Spielern bestehen sollte. Nichts desto trotz ist das Spiel äusserst faszinierend und, gesetzt dem Fall man findet einige wagemutige Investigatoren, auch sehr spassig.

Vor einigen Tagen las ich allerdings auf Twitter, dass Fantasy Flight Games eine iPhone-Umsetzung des Brettspiels veröffentlicht hat, welche man für 3.99 $ auf seinem heimischen Fummelbildschrim beäugen und befingern darf. Selbstverständlich habe ich keinen Augenblick gezögert um mir diesen rund 145 MB grossen Leckerbissen auf die Festplatte meines Multifunktionstelefons zu laden und präsentiere euch anbei meine Eindrücke zum Spiel.Nachdem die App erst einmal ihren Weg auf die Harddisk gefunden hat und installiert wurde, gelangt man nach einmaligem Klick auf das Spiel-Icon prompt zu einem sehr stimmungsvollen Startbildschirm mit einem der gewohnt wundervollen Artworks der Brettspielserie. Da ich selbst das Spiel zwar zu Hause habe und mehr oder weniger mit den Regeln vertraut bin, jedoch nie die Gelegenheit hatte sie in einer echten Partie zu testen, war ich natürlich äusserst gespannt wie der Entwickler das Konzept für einen einzelnen Spieler und dann noch auf einem verhältnismässig kleinen Screen umgesetzt hat. Zu Anfang wählt man vier aus insgesamt 16 möglichen Ermittlern, wobei jeder gewisse Vorzüge und Fähigkeiten hat, welche einem im Kampf gegen die dunklen Mächte (dazu gleich mehr) Vorteile bescheren. Hat man seine Truppe erst einmal zusammengestellt, wird man von einem äusserst eindrücklichen und optischen sehr ansprechenden Intro ins Spiel geleitet. Zudem hat der Spieler die Wahl vor jeder Spieletappe (insgesamt drei) ein kurzes meist anderthalbminütiges Lehrvideo anzuschauen, welches erklärt wie der genaue Verlauf sich gestaltet und was die Ziele sind.

Grundsätzlich geht es darum, dass einer grossen Alten droht in unsere Dimension zu treten und die von euch gewählte Gruppe ihn daran hindern muss indem sie sich auf die Suche nach Elder Signs begibt. Spieltechnisch findet ihr euch zu Anfang des Spiels einer Karte gegenübergestellt auf der verschiedene Ereignisse markiert sind. Bei jedem dieser Ereignisse habt ihr die Möglichkeit Items (im Idealfall Elder Signs) zu erhalten indem ihr gegen Monster kämpft (zum Kampfprinzip gleich mehr), Artefakte zerstört o.Ä. Solltet ihr es jedoch nicht schaffen siegreich aus einem solchen Kampf hervor zu gehen verliert ihr entweder einen Teil eures Verstandes oder eurer Gesundheit, was schlimmstenfalls zum Wahnsinn oder Tod führt – und den betroffenen Ermittler entsprechend spielunfähig macht. Bei den Kämpfen hat der Spieler ein Buch mit Glyphs (Bildsymbole) vor sich, welche in vier Arten unterteilt sind. Euch gegenüber stehen Monster, Artefakte oder Ähnliches, neben deren Abbildung ebenfalls Glyphen sind. Das Ziel ist es die Glyphen in eurem Buch so zu nutzen, dass ihr die passenden Symbole erhaltet um sie auf euren Gegner zu legen und ihn damit zu zerstören. Ihr startet mit sieben Glyphen und müsst mit deren Hilfe meist 4 bis 8 „Gegenglyphen“ zerstören. Habt ihr die passenden Symbole nicht in eurem Buch, könnt ihr durch den Einsatz verschiedener Items die Glyphen neu durchmischen oder durch das Wegwerfen einer einzelnen neue Symbole beschwören. Das Ganze geht so lange weiter bis ihr keine Glyphen mehr in eurem Buch habt und eurem Gegner zum Opfer fallt.

 

Das mag sich reichlich kompliziert angehört haben, doch nach einem bis zwei Fehlversuchen, hat man schon ziemlich gutes Gefühl dafür wie man die Konfrontationen richtig anpackt und mit möglichst geringem Aufwand zu möglichst nützlichen Items kommt. Zumindest war es bei mir der Fall.

Selbstverständlich machen euch eure Gegner aber auch auf andere Art das Leben schwer. Im Spiel dreht sich laufend eine Uhr. Nach ingesamt vier Zügen / vier Kämpfen schlägt es Mitternacht und es erscheinen neue Monster (die Palette reicht von Mi-Go bis hin zu Vampiren) und besetzen die einzelnen Orte auf der Karte, wodurch man nun zuerst die Kreatur besiegen muss bevor man die Chance hat sich dem eigentlichen Ereignis zu widem. Alternativ kann es auch passieren, dass sich der Verderbnis-Counter erhöht (meist um eins bis drei Punkte pro Mitternacht). Erreicht dieser einen bestimmten Stand (meist Vierzehn) und ihr habt nicht ebenso viele Elder Signs gesammelt, wird das Tor zwischen den Dimensionen geöffnet und die Menschheit ist dem Untergang geweiht.

Das Spielprinzip ist zugegebenermassen ungewohnt, aber macht richtig Laune nachdem man erst einmal eine Ahnung davon hat wie man strategisch an die Sache herangeht. Zudem erhält das Spiel durch besagte Einführung der Uhr (und Mitternacht) weiteren Tiefgang, da man sich als Spieler wirklich überlegen muss was man in der Zeit, die einem vor der nächsten Geisterstunde bleibt erledigen sollte bevor sich die Karte vollkommen umkrempelt.

Wenn ihr also an strategischen Spielen interessiert, lernbegierig und Cthulhu-begeistert sein solltet, kann ich euch dieses Spiel nur wärmstens ans Herz legen. Mehr Infos zum Spiel gibts auf der offiziellen App-Seite.

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